Autorisierung - nervig oder nötig? Hauptsache, schnell! (c) Getty Images/iStockphoto
Autorisierung - nervig oder nötig? Hauptsache, schnell! (c) Getty Images/iStockphoto

Autorisierung - nervig oder nötig? Hauptsache, schnell!

In unserer Rubrik "Ein Thema, vier Perspektiven" sprechen Kommunikationsexperten Klartext.
Hilkka Zebothsen

Für Reporter Thomas Hirschbiegel zählt vor allem Schnelligkeit.

„Ich gebe mich bei Recherchen immer klar als Reporter zu erkennen. Meine Gesprächspartner wissen sofort, dass sie mit der Zeitung sprechen – und dass das, was sie sagen, verwendet werden kann.

Im direkten Gespräch entscheide ich in jedem Einzelfall, ob es eine Autorisierung geben kann oder muss. Eine Zwischenform ist die mündliche Absprache: Ich lese dem Gesprächspartner am Telefon vor, wie ich ihn zitieren will und er kann sich dazu äußern.

Wenn ich juristische Auseinandersetzungen im Vorfeld erahne, bestehe ich selbst auf einer Autorisierung und lasse mir die Zitate vom Gesprächspartner zumailen. Das geschieht aus reinem Selbstschutz, zuletzt bei der Berichterstattung über eine Razzia bei einem Unternehmen unter Billiglohnverdacht.

Im Umgang mit Behörden oder wenn ein Sachverhalt kompliziert ist und es um explizites Fachwissen geht, sind Freigaben ebenfalls sinnvoll. Bei mir zum Beispiel in Fragen des Bau- oder Denkmalschutzrechts.

Wenn ich merke, dass ein Gespräch auch für das Gegenüber heikel ist, zitiere ich ihn gar nicht in wörtlicher Rede sondern schreibe „ wie aus dem Unternehmen verlautet …“.

Einzige Bedingung für Autorisierungen: Es muss schnell gehen. Als Tageszeitungsreporter kann ich maximal wenige Stunden auf einen O-Ton warten. Und: Ich schicke niemals unsere Texte raus – das verbietet der Redaktionskodex und ist eine Frage der Haltung. Meine Texte sende ich nur intern an den Balken, dort redigieren ihn Redakteure – aber niemals die Gesprächspartner.“

 

 
Thomas Hirschbiegel (c) Florian Quandt
Thomas Hirschbiegel

Thomas Hirschbiegel ist Chefreporter bei der „Hamburger Morgenpost“ und arbeitet in der Polizei- und Lokalredaktion.

 

ps/NEWS: Der Newsletter für PR-Profis

 

Ob wichtige Nachrichten, Hintergründe, Case Studies oder aktuelle Debatten: Mit den ps/NEWS erhalten Sie die wichtigsten Informationen der Kommunikationsbranche kostenlos in Ihre Mailbox.
 

CAPTCHA

This question is for testing whether or not you are a human visitor and to prevent automated spam submissions.



randbemerkung

Bitte achten Sie bei Ihren Beiträgen unsere Netiquette.

Weitere Beiträge dieser Serie.

Ein Thema, vier Perspektiven: Autorisierung (c) Getty Images/iStockphoto
Foto: Getty Images/iStockphoto
Lesezeit 2 Min.
Kommentar

Autorisierung - nervig oder nötig?

In unserer Rubrik "Ein Thema, vier Perspektiven" sprechen Kommunikationsexperten Klartext. »weiterlesen
 
Autorisierung – nötig oder nervig? Das Vertrauen entscheidet. (c) Getty Images/iStockphoto
Foto: Getty Images/iStockphoto
Lesezeit 3 Min.
Kommentar

Autorisierung – nötig oder nervig? Das Vertrauen entscheidet.

In unserer Rubrik "Ein Thema, vier Perspektiven" sprechen Kommunikationsexperten Klartext. Heute: Kristin Breuer von AstraZeneca. »weiterlesen
 
Autorisierung – nötig oder nervig? Bitte kein glatt gehobelter PR-Sprech (c) Getty Images/iStockphoto
Grafik: Getty Images/iStockphoto
Lesezeit 3 Min.
Kommentar

Autorisierung – nötig oder nervig? Bitte kein glatt gehobelter PR-Sprech

In unserer Rubrik "Ein Thema, vier Perspektiven" sprechen Kommunikationsexperten Klartext. DJV-Sprecher Hendrik Zörner setzt auf Absprachen im Vorfeld. »weiterlesen
 

Das könnte Sie auch interessieren.

E-Sports erreicht Zuschauerzahlen, von denen manch traditioneller Sport träumt, sagt Christopher Flato./ Christopher Flato: (c) ESL/Christopher Flato
Foto: ESL/Christopher Flato
Interview

"Menschen über 45 haben kein Interesse an E-Sport"

E-Sports boomt. Die Marketingbudgets steigen, immer mehr Marken engagieren sich. Doch noch hat die Branche nicht alle Hürden genommen, wie Christopher Flato im Interview erklärt. »weiterlesen
 
Ein Viertel der Deutschen hat noch nie etwas von E-Sports gehört./ E-Sports: (c) Getty Images/gorodenkoff
E-Sports auf dem Vormarsch. Foto: Getty Images/gorodenkoff
Analyse

"E-Sports gehört auf die Titelblätter"

Unternehmen entdecken den E-Sports für sich. Die Branche boomt. Trotzdem haben 25 Prozent der Deutschen noch nie von E-Sports gehört. »weiterlesen
 
Der DJV hat ein Problem mit seiner PR./ DJV-Logo: (c) DJV
DJV-Logo: DJV
Bericht

Journalistenverband DJV hat ein großes PR-Problem

Der DJV hat Nachholbedarf bei interner und externer Kommunikation. Das zeigt nicht nur der Fall Rezo. »weiterlesen
 
Der VfL Wolfsburg positioniert sich neu. (c) VfL Wolfsburg
Foto: VfL Wolfsburg
Lesezeit 1 Min.
Meldung

Der VfL Wolfsburg setzt auf Selbstironie

Zwar ist der VfL Wolfsburg bei weitem nicht der erfolgloseste Verein der Fußball-Bundesliga: Immerhin wurde man 2009 Meister, gewann 2015 den DFB-Pokal. Trotzdem muss der Verein mit negativen Vorurteilen kämpfen. Eine neue Kampagne soll das nun ändern. »weiterlesen
 
Unternehmen verteilen Pressemitteilungen häufig nach dem Gießkannenprinzip./ Stop: (c) Getty Images/VladimirFLoyd
Pressemitteilung mit der Gießkanne. Foto: Getty Images/VladimirFLoyd
Gastbeitrag

Verschont mich mit euren Pressemitteilungen!

Agenturen und Institutionen verteilen Pressemitteilungen häufig mit der Gießkanne. Das bringt nichts, meint unser Gastautor Dominik Ruisinger. »weiterlesen
 
Die Pressemitteilung ist heute nicht mehr gern gesehen. (c) Getty Images / Ralf Geithe
Foto: Getty Images / Ralf Geithe
Gastbeitrag

Die Pressemitteilung ist tot – was jetzt?

Die Pressemitteilung war lange fester Bestandteil der Kommunikation von Unternehmen und Agenturen. Heute ist sie jedoch in Ungnade gefallen. Was also stattdessen tun, um die Aufmerksamkeit von Journalisten zu gewinnen? »weiterlesen