Was darf#s denn sein? (c) Thinkstock/sntpzh
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Fund der Woche

Anzeigenblatt im Journalistengewand

Dies ist keine Werbung, sondern ein Beitrag der Redaktion. Versprochen! Unser Fund der Woche
Anne Hünninghaus

Nein, es ist nicht neu, Anzeigen in ein schmuckes Redaktionsmäntelchen zu hüllen, um damit ihre Glaubwürdigkeit vermeintlich zu stärken. Tatsache ist doch, dass in vielen Verlagshäusern hierzulande Anzeigenabteilungen und Redaktionen um die Aufmachung der Werbebanner feilschen. Es wird um die Größe der Wegklick-Kreuze gestritten (Redaktion: "Das muss größer!") und die Grenze zu den redaktionellen Themen abgesteckt. Was bitte nicht diskutiert werden sollte, ist, dass auf oder über jedem bezahlten Inhalt das Wörtchen "Anzeige" zu stehen hat.

Doch nun ist bei Twitter ein unscheinbarer Abschnitt aus dem Impressum der Zeitschrift "Inpact" aufgetaucht, der die ganze Diskussion um Advertorials und Co. noch einmal mehr ins Groteske verzieht:

//twitter.com/dennishorn

Screenshot: https://twitter.com/dennishorn

Statt Anzeigen als solche erkennbar zu machen, wird also der journalistische Beitrag als exotische Sonderform markiert. Grafisch sind die bezahlten und unbezahlten Inhalte zumindest nicht auseinanderzuhalten.

"Der in|pact media Verlag produziert Fachpublikationen und Themenzeitungen für die anspruchsvollen Leser namhafter Tageszeitungen", heißt es auf der Facebook-Seite. Die hübsch gelayouteten Themenhefte liegen auch beispielsweise der "Zeit" bei. Falls Sie sich bei einem Augenchirurgen über das hohe Niveau seiner Praxis und Laser-Methode informieren möchten, greifen Sie als anspruchsvoller Konsument also gerne zum Heft; "Moderne Laser können mehr".

Moderne Leser sehen indes alles. Und verbreiten auch gerne mal ein unschönes Detail auf Twitter ...

//www.inpactmedia.com/unternehmen/fuer_kunden

Das Angebot von "Inpact" für Kunden. (c) http://www.inpactmedia.com/unternehmen/fuer_kunden

 
 

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Kommentare

Sehr geehrte Redaktion, Glückwunsch zur guten Recherche! Gleiches höre ich von meinen Kollegen aus dem Bereich "Frauenzeitschriften". Welche Schuhfarbe angesagt ist, welche Creme hilft, alles Werbung. Und in PR-Fortbildungen lernen wir, dass das gegen den Presserat, den Deutschen Kommunikationskodex von 2012 , etc. verstößt. Nun eine ernstgemeinte Frage: gibt es überhaupt noch "Journalismus" , wenn heute ein z.B. TV-Redakateur, drehen, texten, schneiden muss - dafür den Tagessatz für die Bezahlung und die Zeit für die Recherche halbiert bekommt?? Beste Grüße


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