Hoffte als Kind am Trainingsgelände des FC Bayern auf Autogramme: Anna-Lena Müller. (c) Vivian Balzerkiewitz
Hoffte als Kind am Trainingsgelände des FC Bayern auf Autogramme: Anna-Lena Müller. (c) Vivian Balzerkiewitz
Was macht Anna-Lena Müller?

Am Puls der Bayern

Anna-Lena Müller wechselte zu Jahresbeginn von Volkswagen zu Siemens. Dort kümmert sie sich um die Partnerschaft mit Bayern München.
Carolin Sachse-Henninger

Für Anna-Lena Müller fühlt es sich vertraut und zugleich noch ungewohnt an: Derselbe Schreibtisch, derselbe Stuhl, aber der Blick aus dem Fenster richtet sich nicht mehr auf Wolfsburg, sondern auf München. Jobwechsel in Homeoffice-Zeiten. Ihr Wechsel von Volkswagen zu Siemens zu Jahresbeginn hat viel Aufmerksamkeit gefunden. Bei pressesprecher.com war es die meistgeklickte Personalmeldung 2020. Auf dem Linkedin-Profil der 34-Jährigen reagierten mehr als 2.000 Menschen auf die Nachricht, darunter das Who’s who der Kommunikationsszene.

Bei VW hatte Müller zwei Jahre lang die digitale Kommunikation und vor allem den Linkedin-Auftritt von Konzernchef Herbert Diess auf- und ausgebaut. Mit großem Erfolg: Regelmäßig liegt Diess in Social-Media-Vergleichen vorne. Seit kurzem twittert er.

Bei Siemens soll Anna-Lena Müller nun unter dem etwas sperrigen Titel „Strategic Communications Lead Technology Partnership“ die seit 2017 bestehende Partnerschaft des Konzerns mit dem FC Bayern München betreuen. Siemens unterstützt die Fußball-, Basketball- und E-Sport-Teams des mitgliederstärksten Vereins der Welt mit unterschiedlichen Technologien – von Sensoren, die die Rasenpflege im Stadion verbessern sollen, über eine individualisierte Sportausstattung der Spieler:innen, für die der Konzern eigens mit der Sportindustrie kooperiert, bis hin zu Medizintechnik, die bei Untersuchungen der Sportler:innen zum Einsatz kommt. Energiemanagementsysteme und Automatisierungslösungen für die Allianz-Arena, den Audi Dome und das Trainingsgelände des Vereins ergänzen das Paket.

Ein perfektes Match

Sport, Technologie, München – für Anna-Lena Müller ist das „ein perfektes Match“. Schon als Kind harrte die gebürtige Unterfränkin regelmäßig mit ihrem Vater in der Hoffnung auf ein Autogramm vor dem Trainingsgelände ihres Lieblingsvereins Bayern München aus. An Technologie reizt sie, dass „digitale Lösungen das Leben aller erleichtern können“. Bei ihrem neuen Job heißt das konkret: Fußballfans auch in Corona-Zeiten zusammenzubringen.

Aktuell betreut Müller die Kampagne „FC Bayern Pulse“, die sie zu größerer Bekanntheit führen möchte. Was dahintersteckt, erklärt sie so: „Wir messen den Puls von Fans beim Schauen eines Spiels, und die daraus gesammelten Daten mappen wir mit der Spielintensität auf dem Rasen. Dadurch entsteht ein kollektiver Puls, der FC Bayern Pulse.“ Das Ergebnis, das sich über eine interaktive Webseite sehen und hören lässt, bringt ein bisschen Stadion-Feeling nach Hause.

Müller kümmert sich bei Siemens um die Partnerschaft mit dem FC Bayern „von A bis Z“, wie sie sagt. Das heißt, sie ist verantwortlich für die Konzeption und Weiterentwicklung der Kampagnen über die Abstimmung mit dem Verein bis hin zum Verfassen von Texten und Social-Media-Beiträgen. Auch das Community Management fällt in ihren Bereich.

Ob sie zudem die Aussicht auf den persönlichen Kontakt zu Stars gereizt hat? Müller winkt ab. Um Glamour geht es der bodenständigen Kommunikatorin, die in ihrer Jugend auch gerne Polizistin oder Mitarbeiterin der Müllabfuhr geworden wäre, nicht. „Der Großteil meines Jobs besteht darin, zu schauen, wie wir 365 Tage im Jahr Kommunikation gestalten können“, sagt sie.

Ein bisschen Respekt vor der neuen Aufgabe gehört dazu: „Eine Technologiepartnerschaft end-to-end zu verantworten, habe ich ja noch nie gemacht.“ Doch für Anna-Lena Müller, die das Neue reizt, ist es „eine Herausforderung, auf die ich mich riesig freue“.

 

 
 


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