Der Leipziger Polizeisprecher Andreas Loepki mischt sich unter einem Pseudonym in Twitter-Debatten ein. / Symbolbild: (c) Getty Images/LightFieldStudios
Der Leipziger Polizeisprecher Andreas Loepki mischt sich unter einem Pseudonym in Twitter-Debatten ein. / Symbolbild: (c) Getty Images/LightFieldStudios
Leipziger Silvesternacht

Polizeisprecher kommentiert anonym Medienberichte

Der Polizeisprecher von Leipzig mischt sich unerkannt in Diskussionen um die Connewitzer Silvesternacht auf Twitter ein.
Toni Spangenberg

Andreas Loepki, Pressesprecher der Polizei Leipzig, mischt sich auf Twitter ungefragt in Diskussionen um linksextreme Gewalt und Ausschreitungen in der Silvesternacht in Connewitz ein. Unter dem Namen "ALoe" kommentiert er Beiträge von Medien wie MDR, Tagesschau und Tagesspiegel auf Twitter und diskutiert mit Usern. Das berichtet der Tagesspiegel. Es lässt sich nur erahnen, wer sich hinter dem Namen verbirgt, denn das Profil enthält keinerlei Angaben zum Account. 

Loepki weist auf Anfrage des Tagesspiegel darauf hin, dass es sich um ein reines "Zusatzangebot" handle, um Missverständnisse zu klären. Von einem privaten Account könne keine Rede sein. Denn Loepki habe nichts getwittert, was auf "einen privaten Hintergrund" schließen ließe. Jeglicher Content habe einen dienstlichen Bezug, auch wenn er einräumt, dass es "rein rechtlich ein privater Account ist." 

Ende 2017 klang das noch anders. Auf entsprechende Einwürfe von Twitter-Usern reagierte er mit folgendem Tweet. "Ich nutze es vorrangig zu meiner Information. Aktives Twittern = Fehlanzeige; Reaktion, wenn nötig. Es ist kein offizieller Behördenaccount." Es handelt sich laut Loepki also weder um einen privaten noch um einen behördlichen Account. Fraglich ist auch, weshalb die Polizei Leipzig Missverständnisse nicht ausschließlich offiziell aufklärt.

Mittlerweile hat sich Loepki laut Tagesspiegel dazu entschlossen, den Account nicht mehr zum Kommentieren nutzen zu wollen. Seiner Meinung nach werde das Angebot von Nutzern eher kritisch als positiv bewertet. 

Zuletzt rechtfertigte er sich für seine Not-OP-Äußerung im Zuge der Silvesternacht. Ein Polizist sei damals so schwer am Ohr verletzt worden, dass er notoperiert werden musste. Laut taz habe sich die Uniklinik Leipzig jedoch verwundert über die Polizeimeldung gezeigt. Die Mediziner sprachen von einem Eingriff an der Ohrmuschel des Verletzten – unter örtlicher Betäubung. Es habe keine Lebensgefahr bestanden. 

ALoe räumte zwar ein, hier nicht sauber kommuniziert zu haben, verteidigte die Meldung aber auch. Man könne durchaus von einer Not-OP "im weiteren Sinne" sprechen. Dazu schreibt er unter anderem: "Den Fehler der Verwendung in der PM bestreite ich nicht. Rein sachlich ist der Begriff aber wohl nicht falsch, weil - bin nach wie vor Laie - nicht generell eine Lebensgefahr erforderlich ist, wie sie bspw. im Zustand der Bewusstlosigkeit vorliegt."

Es ist nicht der erste Fall, in dem sich der Pressesprecher der Polizei Leipzig unerkannt in eine Debatte einmischte. Ende 2017 kommentierte er beispielsweise Berichte über den Silvestereinsatz der Leipziger Polizei

 

 
 


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