Amazon legt in der Krise einen Fonds für Mitarbeiter:innen auf./ Foto: Amazon
Amazon legt in der Krise einen Fonds für Mitarbeiter:innen auf./ Foto: Amazon
Hilfe für Zusteller

Amazon richtet 25-Million-Dollar-Corona-Fonds ein

Amazon richtet einen Hilfsfonds für Mitarbeiter:innen von Zustellpartnern ein. Kritiker werfen dem Konzern vor, er kümmere sich nicht genug um seine Angestellten.
Aus der Redaktion

Amazon gehört zu den größten Profiteuren der Corona-Krise. Denn Experten sind sich sicher, dass die Pandemie den Trend zu Ladenschließungen verschärfen und damit auch den Onlinehandel fördern wird. Doch immun gegen das Virus ist auch der Versandriese nicht. Amazon ist auf externe Paketzusteller angewiesen. Um diese finanziell zu unterstützen, legt der Konzern nun einen 25-Millionen-Dollar-Fonds auf.

Auf der Webseite des Unternehmens heißt es: „Unsere unabhängigen Zustellpartner und ihre Mitarbeiter:innen, Amazon-Flex-Teilnehmer und saisonale Arbeitnehmer:innen leiden während dieser herausfordernden Zeit unter finanzieller Not.“ Arbeitnehmer:innen könnten einen Antrag auf Zuwendungen aus dem 25 Millionen Dollar umfassenden „Amazon Relief Fund“ beantragen, sofern sie positiv auf das Coronavirus getestet oder an Covid-19 erkrankt sind. Die Höhe der finanziellen Unterstützung entspreche dem Gehalt von zwei Wochen. 

Amazon verspricht zweiwöchige Lohnfortzahlung

Darüber hinaus unterstütze der Konzern auch die eigenen Mitarbeiter:innen im Fall einer Corona-Infektion, Covid-19-Erkrankung oder Quarantäne mit einer zweiwöchigen Lohnfortzahlung – hierzulande eine Selbstverständlichkeit. Weiterhin erhöhe der Konzern den Stundenlohn seiner Angestellten, der mindestens 15 Dollar beträgt, zeitlich begrenzt bis Ende April um zwei Dollar. Wer länger als 40 Stunden pro Woche arbeite, solle für jede weitere Stunde den doppelten Lohn erhalten. Amazon-CEO Jeff Bezos ist laut dem Bloomberg-Milliardärs-Index mit einem Vermögen von 114 Milliarden Dollar derzeit der reichste Mann der Welt. 

Zuletzt wurden nach Bekanntwerden von bestätigten Coronavirus-Fällen unter der Belegschaft von Amazon-Warenlagern Forderungen laut, der Konzern solle sich besser um seine Mitarbeiter:innen kümmern. Unter anderem vier demokratische Senatoren, unter ihnen Präsidentschaftsbewerber Bernie Sanders, prangerten an, Amazon kümmere sich nicht genug um seine Beschäftigen in den Verteilzentren. Das Unternehmen wies die Vorwürfe zurück und stilisierte seine Arbeitnehmer:innen zu Helden der Gesellschaft. Derzeit ist Amazon auf der Suche nach 100.000 – zeitlich befristeten – Voll- und Teilzeitkräften in den USA. 

Auch andere US-Konzerne ergreifen ähnliche Maßnahmen. So kündigte beispielsweise Apple bereits Mitte März an, weltweit sämtliche Stores mit Ausnahme derer in China mindestens bis zum 27. März zu schließen. Mitarbeiter:innen wolle man während dieser Zeit weiterhin das volle Gehalt zahlen. 

 

 
 


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