Liu Yifei provozierte einen Boykott-Aufruf zum neuen Mulan-Film./ Mulan: (c) Disney
Liu Yifei provozierte einen Boykott-Aufruf zum neuen Mulan-Film./ Mulan: (c) Disney
Hongkong-Konflikt

Aktivisten fordern Boykott von Disneys Mulan

Disneys Mulan-Remake sieht sich mit Boykottaufrufen konfrontiert. Denn die Hauptdarstellerin schlägt sich im Konflikt um Hongkong auf die Seite der Polizei.
Toni Spangenberg

Liu Yifei dürfte Disney mit Ihrer Sympathie für die Hongkonger Polizei Bauchschmerzen bereiten. Denn sie provozierte durch ihr Verhalten einen Boykottaufruf gegen den im kommenden Jahr erscheinenden Mulan-Film. Liu spielt in dem Live-Action Remake von Mulan die Hauptrolle. Nun mischt sie sich in den Hongkong-Konflikt ein. Im chinesischen sozialen Netzwerk Weibo teilte sie einen Beitrag der staatlichen Pekinger Zeitung People's Daily, der klar Partei für die Polizei in Hongkong ergreift. „Ich unterstütze die Polizei in Hongkong. Ihr könnt mich jetzt alle verprügeln. Was für eine Schande für Hongkong“, heißt es darin. Liu kommentierte mit einem roten Herzen und Muskelarm-Emoji.

Auf der zensierten Weibo-Plattform hat sie dafür Zuspruch bekommen. Viele Chinesen unterstützen sie unter dem Hashtag #supportMulan. Ganz anders in vielen westlichen Ländern. Auf Twitter, das in China blockiert ist, trendet #boycottMulan. User werfen der Schauspielerin vor, die Brutalität der Hongkonger Polizei zu unterstützen, obwohl sie als amerikanische Bürgerin viele Freiheiten genießt. Einige Kritiker fordern sie dazu auf, ihre amerikanische Staatsbürgerschaft abzugeben.

Manche sprechen von einer „kommunistischen Mulan". Damit verkörpere Liu nicht das, wofür die Rolle der Mulan stehe. Sie solle Frauen dazu ermutigen, gegen Unrecht aufzustehen und zu kämpfen. Liu tut das Gegenteil, so die Kritiker.

Die Hongkonger Bevölkerung demonstriert seit Wochen, meist friedlich, für ein demokratisches Hongkong und gegen Polizeigewalt. Auslöser für die Demonstrationen, an denen regelmäßig Hunderttausende teilnehmen, war ein Gesetz, das es möglich gemacht hätte, Bürger Hongkongs an China auszuliefern. Die Regierung der Stadt legte das Gesetz schon Mitte Juni auf Eis. Den Bürgern geht das nicht weit genug. Sie fürchten um ihre Freiheit.

 

 
 


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