50 deutsche Familienunternehmen starten gemeinsame Kampagne für Toleranz. (c) Getty Images / bogdanserban
50 deutsche Familienunternehmen starten gemeinsame Kampagne für Toleranz. (c) Getty Images / bogdanserban
Unternehmenskommunikation

50 Familienunternehmen mit Kampagne für Toleranz

Zahlreiche bekannte Marken und Unternehmen werben ab sofort gemeinsam für ein friedvolles und tolerantes Miteinander.
Aus der Redaktion

„Es hat einen Grund, dass es Made in Germany und nicht Made by Germans heißt.“ Das ist der Kernsatz einer neuen Kampagne, die 50 deutsche Familienunternehmen gemeinsam für Weltoffenheit und Toleranz gestartet haben. Zu ihnen gehören zahlreiche bekannte Marken und wichtige Vertreter des deutschen Mittelstandes.

Die Unternehmen positionieren sich unter dem Motto „Made in Germany – Made by Vielfalt“ gegen die aggressivere Stimmung gegenüber Migranten und Minderheiten. Mit Anzeigen in großen Print-Titeln, einer Plakatkampagne in 15 Städten und digitalen Maßnahmen soll ab sofort eine möglichst große Reichweite erzielt werden. Die Familienunternehmen wollen so für ein „friedvolles und tolerantes Miteinander“ werben, denn nicht die Herkunft eines Menschen sei entscheidend.

Initiator der Kampagne ist Timm Mittelsten Scheid, Gesellschafter bei Vorwerk. „Ich finde es wichtig, dass auch die Wirtschaft in Zeiten dieser gesellschaftspolitischen Debatten ein Zeichen setzt“, sagte er. Mit diesem Anliegen habe er bei den anderen Unternehmen „offene Türen eingerannt“.

Philipp Horsch, Geschäftsführer des Landmaschinen-Herstellers Horsch, erklärte: “Wir bekennen uns durch die Teilnahme an der Initiative zu einer offenen Kultur und möchten ein Zeichen zur Förderung von Toleranz und Weltoffenheit setzen.“ Horsch hatte auf dem Höhepunkt der Migrationskrise ein Ausbildungsprojekt für minderjährige Flüchtlinge gestartet und war dafür 2016 mit dem HR Excellence Award ausgezeichnet worden.

Auch andere Unternehmensvertreter wie etwa Fabian Kienbaum, Chief Empowerment Officer der Personal- und Managementberatung Kienbaum, und Thomas Voigt, Direktor Wirtschaftspolitik und Kommunikation bei Otto, betonten, vielen Unternehmerfamilien sei die Beteiligung an der Kampagne ein persönliches Anliegen.

Gesellschaftliche Haltung gewinnt in der Unternehmenskommunikation zunehmend an Bedeutung. Eine aktuelle Studie der weltweit tätigen Kommunikationsagentur Hotwire hatte ermittelt, dass fast die Hälfte der deutschen Verbraucher schon mal auf ein Produkt oder eine Dienstleistung verzichtet habe, weil ein Unternehmen gegen ihre persönliche Werte verstoßen hat. Zudem sei ein „gemeinsames Wertefundament“ für 82 Prozent der B2B-Entscheider ein wichtiges Entscheidungskriterium für Geschäftsbeziehungen.
 

Die 50 Familienunternehmen der Kampagne
„Made in Germany – Made by Vielfalt“ im Überblick:

  • ACEG
  • B. Braun, Baerlocher, Bahlsen, Berner Group, Beumer Group, Boehringer Ingelheim,
    BPW Bergische Achsen KG, Brose
  • Claas
  • Deichmann, Dräger
  • EMZ
  • Fritz-Kola, Funke Mediengruppe
  • Giesecke+Devrient, Gira
  • Hansa-Flex, Henkel, Hipp, Horsch, Hubert Burda Media
  • Jägermeister
  • Kienbaum, Klett, Kostal, Krone
  • Lemken, Lindner
  • Marquard & Bahls, Messer Group, Metzler, Murtfeldt
  • Nolte Küchen
  • ODDO BHF, Oetker-Gruppe, Otto
  • Röchling
  • Sartorius, Sennheiser, SMS Group, Stihl, Ströer, Südvers
  • Trigema
  • Vaillant, Vorwerk
  • Werksviertel Mitte, Wörwag, Würth

 

 
 


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