Diese fünf Grundsätze helfen ihnen, Dinge endlich anzuschieben, statt vor sich herzuschieben. (c) Getty Images / Deagreez
Diese fünf Grundsätze helfen ihnen, Dinge endlich anzuschieben, statt vor sich herzuschieben. (c) Getty Images / Deagreez
Entscheidungen treffen

5 Grundsätze, um Projekte erfolgreich anzutreiben

Projekte anzuschieben, statt vor sich herzuschieben, fällt oft schwer. Damit es gelingt, ist Kommunikation mitentscheidend. Fünf Tipps, wie Sie ins Handeln kommen.
Dominic Multerer

Kennen Sie auch den Teufelskreis „Stillstand – Routine – Sicherheit“? Wollen Sie etwas verändern, gehen es dann oft aber doch nicht an? Sie sind nicht allein.

„Man müsste mal ...“ Um aus dem Konjunktiv den Indikativ werden zu lassen, bedarf es eigenen Handelns. Und dieses wiederum speist sich zum einen aus der Erkenntnis „Ich muss etwas tun – also werde ich es auch tun!“, zum anderen aus dem Feuer für die eigene Idee. Wer nicht von ihr überzeugt ist, findet 1.000 Argumente, warum etwas nicht geht. Aber: Warum nicht andersherum? Suchen Sie Gründe dafür. Gründe, warum gerade Ihr Projekt unbedingt umgesetzt werden sollte. Gründe, die jeden sagen lassen: Ja, genau, das ist die beste Idee des Jahres.

Die folgenden fünf Grundsätze helfen Ihnen, ins Handeln zu kommen. Dafür müssen Sie mit einem Schritt beginnen, um anschließend die weiteren zu durchlaufen. Die Reihenfolge ist dabei beliebig, manches kann und sollte parallel erfolgen.

1. Erste Gespräche führen, Erkundigungen einholen

Kommunikation ist mitentscheidend. Sprechen Sie über Ihr Projekt oder Ihr Vorhaben, teilen Sie Ihre Vorstellungen – und das von Anfang an. Behalten Sie es nicht für sich. Denn wenn Sie das täten, dann bliebe es auch dort, wo die Idee dazu entstanden ist: in Ihrem Kopf.

Ohne erste Erkundigungen bleibt eine Idee oft im Zustand des „Man müsste mal ...“ stecken. Egal ob es darum geht, ein neues Auto zu kaufen, eine App zu entwickeln oder die Struktur eines Unternehmens umzubauen. Durch Gespräche, Input und Feedback konkretisiert sich ein Ziel. Je deutlicher diese Form wird, desto mehr kommt man ins Handeln. Man kann zum Schluss gar nicht mehr anders, man muss aktiv werden – und sei es nur aus dem Zugzwang heraus, vor anderen nicht als Versager dazustehen.

2. Roadmap erstellen

Mit Hilfe einer Roadmap finden Sie heraus, auf welcher Route Sie von A nach B kommen, welcher also Ihr Weg zum Ziel ist. Um eine Idee zu einer Tat werden zu lassen, teilen Sie die Reise dorthin in Etappen ein. Suchen Sie keine Gründe mehr, etwas nicht zu tun. Finden Sie Gründe, mit denen Sie andere und auch sich selbst davon überzeugen können, dass das, was Sie vorhaben, das Richtige ist. Anhand der Roadmap bekommen Sie einen Überblick und damit ein besseres Gefühl für das Projekt. Es wird greifbarer.

Ob Sie eine neue Software einführen wollen, einen neuen Markt erschließen möchten, die Vertriebsakademie für den Nachwuchs dem Chef vorstellen wollen – überall hilft eine Roadmap Ihnen selbst und vor allem Dritten, die ja meist involviert sind, Ihre Pläne zu verstehen. Sie hilft, sich zu orientieren, und ist die Basis, um Entscheidungen zu fällen.

3. Eigen- und Fremdbild abgleichen

Häufig ist uns nicht wirklich bewusst, wie wir von anderen wahrgenommen werden. So stellte ich vor einiger Zeit beispielsweise fest, dass mich viele Menschen offenbar ausschließlich mit meiner Arbeit als Vortragsredner assoziieren. Dieses Bild habe ich selbst gefördert, weil ich regelmäßig Fotos von meinen Vortragsveranstaltungen und nicht aus Beratungen oder Workshops postete, auf denen eigentlich mein Fokus liegt. Warum ich das tat? Weil Fotos mit 500 Menschen darauf mehr Eindruck machen und im Kopf des Betrachters bleiben.

Genauso werden auch Sie oder Ihr Unternehmen oft anders wahrgenommen, als Sie denken. Ein Eigen- und Fremdbildabgleich schärft die Wahrnehmung für den Status quo. Er bietet die Basis für eine Entscheidungsgrundlage oder ist Anlass, Gespräche zu führen, um sich genauer zu informieren oder einen Standpunkt zu schaffen. Immer wieder zeigt es sich, wie nützlich es ist, Projekte, Sachlagen oder Prozesse von Zeit zu Zeit aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten.

4. Verbindlichkeit schaffen, Beziehungen aufbauen

Es ist gut und wichtig, Verbindlichkeit im Umgang mit anderen zu schaffen. Außerdem ist es sehr nützlich in einem konstruktiven Geschäftsalltag. Kurios, aber wahr: Meinen ersten Workshop zu meinem aktuellen Buch verkaufte ich, bevor ich auch nur ein Wort geschrieben hatte. Zudem erzählte ich Leuten, dass ich bald ein neues Buch veröffentlichen werde, als ich noch nicht einmal einen Autorenvertrag unterschrieben hatte oder das Exposé formuliert gewesen war. Was ich hatte, war ein vages Konzept. Ohne diese Verbindlichkeit gegenüber anderen (und somit gegenüber mir) hätte ich das Projekt wohl aufgeschoben.

Verbindlichkeit heißt, konkret zu werden und keine Aussagen wie „Wir melden uns gegebenenfalls“ oder „Wir sollten einen Termin vereinbaren“ zu treffen. Verbindlichkeiten wecken Erwartungen und fördern Bereitschaft, etwas zu unterstützen. Es ist daher sinnvoll, konkret zu denken.

Sagen Sie: „Ja, treffen wir uns zu einem Gespräch! Mir würde es nächste Woche Mittwoch um elf passen. Einverstanden?“, und schon haben Sie Verbindlichkeit geschaffen. Gleichzeitig stehen Sie selbst unter Zugzwang, sich auf diesen Termin vorzubereiten. Außerdem werden durch klare Ansagen Irritationen vermieden. Im Geschäftsleben ist Verbindlichkeit das A und O der Kommunikation – und die Basis jeglichen Erfolgs.

5. Entscheidungen treffen

Achtung, Entscheidungen stehen an! Wer sich jetzt, wie üblich, wegducken möchte, nur zu: Browserfenster oder Tab schließen und fertig. An alle anderen mutigen Entscheider unter Ihnen: Weiter geht’s!

Viele von uns tun sich schwer mit Entscheidungen. Ob die Speisekarte im Restaurant oder die Riesenauswahl an Joghurts im Supermarkt-Kühlregal: Je größer und je vielfältiger das Angebot, desto mühsamer wird es, die richtige Wahl zu treffen. Führungskräfte und Verantwortliche in leitenden Positionen müssen jedoch regelmäßig Entscheidungen treffen. Das ist Teil ihres Jobs und ihrer Verantwortung. Auch wenn es keiner von denen gern zugibt: Im Alltag fällt es ihnen oft schwer.

Wenn Entscheidungen – gar bis ins Unerträgliche – hinausgezögert werden, bis es zu spät ist oder bis man gar nichts mehr entscheiden muss, dann liegt das mit daran, dass zu entscheiden eben auch bedeutet, Verantwortung zu übernehmen. Das Zögern in Unternehmen steht oft aber auch in Verbindung mit der Angst, einen Fehler zu machen. Eine Entscheidung ist der zentrale Punkt, der auch zugleich der Beginn des Handelns oder des nächsten Schrittes ist. Sie ist etwas Endgültiges. Mein Rat: nachdenken, entscheiden, umsetzen. Setzen Sie sich selbst unter Druck!

Fazit

Neben dem Aspekt Angst – oder schwächer ausgedrückt: dem Zögern – sind Entscheidungen genauso eine Frage des Wollens. Besser noch: des Entscheidungswillens. Entweder ich will etwas oder ich will etwas nicht. „Man müsste mal …“ bedeutet Stillstand. Und Stillstand bringt keine Veränderung.

 

 

 

 
 


randbemerkung

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