Psychologie. Der Kommunikator und seine Rolle

Cover Ausgabe 5/15: Psychologie (c) pressesprecher

Ausgabe: 5/2015

Bling Bling.

Ein Strand im Süden. Urlaub. Die Ausflugspläne angesichts von 48 (!) Grad torpediert. Ich würde einfach nur rumliegen und lesen. Viel Zeit also, mir die im Halbstundentakt auftauchenden Verkäufer anzuschauen – samt ihrer Strategien. Sie alle waren absolute Psychologieprofis und kein Tourist flog am Ende ohne Zeugs nach Hause. Keiner?
„Nice Bling Bling“. Der erste Strandläufer bot Billigschmuck feil und setzte allein auf die weibliche Kundschaft, die er mit „Sister“ oder „Princess“ titulierte. Reihenweise schmolzen die Damen dahin. Rabatte und Glitzer – immer eine gute Masche. Stattdessen zielte der Typ mit den Fake-Handtaschen exklusiv auf die Herren. Er spielte mit den phonetischen Alliterationen, wie es kein Privatfernsehredakteur (Sie wissen schon: „bezauberndes Bali“, „charmanter Schweinezüchter“) besser könnte: „Big Boss, buy this beautiful bag!“ Die Shorts­träger mit den Gesundheitssandalen sollten ihrer Gattin oder Freundin doch bitte eine Freude machen. Der Verkäufer lässt den Kunden vor dessen Begleitung gut aussehen – Kerle-Solidarität als Geschäftsprinzip.
Die ersten und letzten am Strand waren stets die Asiaten, die Massagen anboten. Erst kam die resolute Ältere mit dem festen Griff, dicht gefolgt vom stummen Herren, der niemals Frauen ansprach. Den größten Erfolg hatte jedoch eine stille Junge, die mit weißem Kassak und Namensschild kam. Ihre seriöse Aufmachung schuf Vertrauen. Ein Pärchen fiel durch eine spezielle Verkaufsshow auf: Während alle anderen Anbieter den ganzen Tag mit ihren geschulterten Waren den Strand auf- und abliefen, stellten sich die beiden nur an ausgewählten Stellen auf. Er läutete mit einem Glöckchen und half ihr charmant in Blusen und Kleider, die sie im Mannequin-Walk präsentierte. Wenige Touchpoints, gute Erziehung – sie verkauften jedes Mal ein Dutzend ihrer bunten Flatterteile.
Und weil jede Art von Werbung am Ende ein Deal zwischen Menschen ist, flog ich am Ende mit einem Strandtuch nach Hause: Eine Seite buntgestreifte Baumwolle, die andere pinkes Frottee... Ich mochte die Verkäuferargumentation der Vielseitigkeit: Dinge speicherten Emotionen wie Erinnerungen – wann immer ich es sähe, würde ich mich an die glücklichen spanischen Strandstunden erinnern, versprach er. Ich könnte das Tuch auch im Sommer als leichte Bettdecke nutzen oder als Tischdecke. Seitdem bilde ich mir erfolgreich ein, dass er Recht hat und der Spontankauf mich erinnern wird an das Meer und die Erholung. Gefälligst.Wo auch immer Sie uns gerade lesen – ich wünsche Ihnen viel Inspiration beim Lesen und Freilegen unseres Covers. _

Ihre Hilkka Zebothsen
Chefredakteurin

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