Liebe – Wie viel Passion braucht die Profession?

Ausgabe: 2/2015

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Sie duftete nach Keller und hatte eine dicke Staubschicht: Die alte Holzkiste, in der meine Eltern vor vielen Jahren edlen Wein von einer Tombola beim Presseball in Travemünde – damals für mich der Inbegriff von Glamour – mit nach Hause brachten. Die Flasche landete später auf dem Buffet der nächsten Gartenparty irgendwo in Hoisbüttel bei Hamburg, die leere Kiste jedoch in meinem Zimmer. Sorgfältig schrieb ich mit Füller meinen Namen samt Adresse und Telefonnummer hinein, damals waren es nur sechs Ziffern. Und machte sie zu meiner Schatzkiste. Ihr Inhalt: Oblaten. Glanzbilder. Ich sammelte die Papierbildchen mit und ohne Glitzer bis in meine Zwanziger, kaufte sie auf Reisen und ließ sie mir schenken: Engel und Märchen, Tiere und Ritter, Schiffe und Weihnachtsmänner und immer wieder kitschige Pärchen. Für diese Ausgabe kramte ich lange im Keller eines Berliner Hinterhauses nach der ­Kiste meiner Kindheit, ein paar der Motive schafften es schließlich in dieses Heft.

So hauchzart aber langlebig wie die Oblaten ist auch unser Titelgegenstand: Die ­Liebe. Was die mit Unternehmenskommunikation zu tun hat? Auch zwischen Menschen und Marken geht es um Emotionen. ­Vertrauen. Bindung. Gesehenwerden. Zu viel verlangt? Legen Sie einmal für einen kleinen Selbsttest ihre Glaubenssätze für die große Liebe an beim nächsten Besuch im Supermarkt: Wie wollen Sie umworben werden? Gestaltung oder Inhalt – was erregt Ihre Aufmerksamkeit und was hält sie? Welches Bedürfnis bewegt Sie wirklich dazu, ein bestimmtes Produkt zu erwählen? Sind Sie Marken schon seit langem treu? Wenn ja – warum eigentlich? Stehen Sie auch neue Zutaten, Verpackungsänderungen und Skandale gemeinsam durch? Oder langweilen Sie sich schnell und probieren gerne etwas Neues? All diese Fragen – und viele Antworten – begegnen Ihnen wieder, wenn Sie im Heft stöbern. Selten fühlten wir Redakteurinnen uns bei den Recherchen zu einem Heft so oft persönlich ­betroffen – und ertappt …
Inzwischen habe ich meine magische Kiste vom Verlag zurück nach ­Hause getragen und hatte einen wunderbaren Abend beim Durch­stöbern meiner sentimentalen Erinnerungen. In den Keller kommt sie nicht ­zurück.
Übrigens: Wenn Sie den Steuerungsbefehl aus der Überschrift in Word eingeben, passiert ein kleines Wunder. Sehr gern geschehen!
Wir wünschen Ihnen viel Inspiration beim Entdecken unserer neuen Ausgabe!

Ihre Hilkka Zebothsen
Chefredakteurin

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