Humor. Treffen sich zwei...

Ausgabe: 4/2015

Im Internet kursiert eine Grafik: Unter toothpastefordinner.com wird der „Creative process“ als Schaubild dargestellt. Zwischen den beiden Polen „Work begins“ und „Deadline“ gibt es nur drei Meilensteine: „Fuck off“, „Panic“ und „All the work while crying“. Ein Kollege von einem anderen Magazin hat den Ausdruck an unsere Produktionswand gehängt mit der Anmerkung, so erkläre er seiner Familie, was er eigentlich so macht den ganzen Tag: „Irgendwas mit Medien halt“.

Wenn Sie dieses Heft lesen, ist die Deadline längst vorbei und die Arbeit für das nächste hat schon wieder begonnen. Zwischen unseren Ausgaben liegen im Schnitt sechs Wochen, für diese hatten wir nur vier. Aber selten haben wir bei der Recherche so viel gelacht: Wir kennen inzwischen eine Menge dummer Witze über angeblich noch dümmere PRler, haben uns theoretisch mit Humor beschäftigt und Gag-Profis befragt, wie man es schafft, dass der Zielgruppe das Lachen nicht im Hals stecken bleibt.

Dabei sind auch wir Medienmenschen täglich eine Zielgruppe – nämlich Ihre. Verrückt: Schreiber sind auch nur Menschen. Mark Twain befand einst, Journalisten sind „Leute, die ein Leben lang darüber nachdenken, welchen Beruf sie eigentlich verfehlt haben“. Allein im Kollegenkreis gingen so zum Beispiel eine Försterin, eine Schauspielerin, eine Astronautin, eine Anwältin und eine Kindergärtnerin verloren, wenn wir unsere Berufswünsche aus der Kindheit aufzählen. Und gleichzeitig gibt es zu jedem verlorenen Traum einen roten Faden, der ihn mit unserem heutigen Job verbindet: Weil wir unsere Projekte hegen und pflegen, in tausend Rollen schlüpfen, für Ideen kämpfen und sie fliegen lassen, Kompliziertes möglichst schlicht verpacken à la „Die Sendung mit der Maus“ für Erwachsene. Treffen sich eben zwei oder drei oder vier…
Auch wenn sich heute jeder „Journalist“ nennen darf, der einen Stift halten kann, haben Redakteure ihr Handwerk aufwändig gelernt. Und schriftliche Zitatfreigaben von Interviewpartnern mit der Anmoderation „Anbei die korrigierte Fassung“ bringen uns ganz schön zum Lachen…

Robert Lembke fand: Journalisten sind „Menschen, die in einem anderen Beruf mit weniger Arbeit mehr Geld verdient hätten“. In der PR ganz sicher. Dafür hat Gag-Profi Ralf Husmann jedoch wenig Mitleid, wie Sie ab Seite 22 lesen können. Dabei sind die meisten Redakteure Überzeugungstäter, „gute Geschichten“ sind quasi ihr nicht zu versteuernder geldwerter Vorteil. Ein unbekannter Autor zeichnete dafür ein schönes Bild: „Journalisten sind Schriftsteller, die auf Schnee schreiben.“ Stimmt. Unser Werk ist vergänglich. Aber wie ein guter Gärtner setzen wir einen Samen in die Erde und pflanzen Ideen. Wie Sie.
Treffen sich zwei… – in unserer Branche im Idealfall Botschaft und Kunde. Welche Rolle der Humor in der Unternehmenskommunikation spielen kann, lesen Sie in dieser Ausgabe. Auch. Wir hatten selten so viel Spaß bei der Recherche und wünschen Ihnen viel Inspiration beim Lesen! The work begins.

Ihre Hilkka Zebothsen
Chefredakteurin

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