Geld - was wirklich zählt

Cover der Ausgabe 2/16 - Geld (c) Mona Karimi

Ausgabe: 2/2016

Geld her! Und Leben!

Gibt man „Geld“ bei Google ein, ist das vierte Angebot der Suchmaschine: „Geld falten“. Das haben wir für einen unserer drei Cover-­Entwürfe getan. Die Redaktion glich einer Bastelbude: Scheine als Kranich und Schiff, Herz und Hemd. Ganz schön kniffelig! Auch das Close-Up einer Baumwollblüte als Ursprung unserer Geldscheine sah toll aus. Doch kapiert der Leser sofort den Zusammenhang zum Titelthema? Am Ende haben uns die Ergebnisse der kollegialen Fingerfertigkeiten doch nicht so begeistert wie die Synonyme für Geld. Ob Kröten oder Flöhe, Knete oder Kies – haben Sie sie alle auf Anhieb erraten?
Und haben Sie genug davon? In Form Ihres Gehalts und in anderer Währung wie Budgets für Personal und Kampagnen, Projekte und Fortbildungen? Und was ist eigentlich mit der Sinnhaftigkeit Ihres Tuns? Der langen Leine und Ihrer Eigenverantwortung? Die Profis, mit denen wir bei unseren Recherchen sprachen, sind sich einig: Es gibt weitaus mehr als Euros und Cents, die bestimmen, ob wir uns wertig fühlen im Beruf.
Eine kleine Ansichtensammlung, ausgewählt querbeet aus dieser Ausgabe: „Für Mitarbeiter gibt es doch nur zwei Währungen, in denen Führungskräfte ihre Wertschätzung zeigen können: Geld. Und Gesehenwerden.“ Fühlen Sie sich in Ihrem Job am richtigen Platz, können Sie Ihre Fähigkeiten und Talente optimal einsetzen? Schön auch: „Umsätze und Gewinne bedeuten Jobs, auch meinen eigenen.“ Wie sicher fühlen Sie sich in Zeiten, in denen Agilität und Disruption der nächste heiße Scheiß ist? Eine Interviewpartnerin mag es, „sich einer Sache verpflichtet zu fühlen, sie sich zu eigen zu nehmen und daraus eine Motivation ziehen.“ Arbeiten Sie für etwas, das größer ist als Sie? Ein anderer Gesprächspartner sieht den Status Quo weniger rosa: „Es versauern genügend Kommunikatoren in großen Unternehmen.“ Na, haben Sie sich wiedererkannt? Vielleicht brauchen Sie gar keine Gehaltserhöhung, sondern einfach mehr Freiheit, Nähe zur Macht, Wissen, Gleichgesinnte?
Dabei ist „die Arbeit … die Substanz und das immanente Maß der Werte, aber sie selbst hat keinen Wert“, schrieb Karl Marx. Sobald einer „seine Arbeit wirklich beginnt, hat sie bereits aufgehört, ihm zu gehören, kann also nicht mehr von ihm verkauft werden“. Warum machen wir also so ein Gewese um Nichtexistentes? Weil das Geben und Nehmen, der Tauschhandel von Waren, Kraft und Hirnschmalz weltweit anerkannt ist und alle Beteiligten versuchen, das Bestmögliche für sich herauszuholen. Erasmus von Rotterdam befand einst: „Die höchste Form des Glücks ist ein Leben mit einem gewissen Grad an Verrücktheit.“ Ganz ähnlich sieht es eine weitere unserer Interviewpartnerinnen: Sie fände „es auch mal sehr reizvoll, Ineffizientes zu tun“.
Reizvoll fanden wir die nächste Erweiterung unseres Netzwerks: Neben der üblichen hausinternen Heftkritik mit Kollegen aus verschiedenen Abteilungen gibt es inzwischen auch einen Austausch mit Studenten der Quadriga Hochschule Berlin, die unser Magazin als Teil ihrer Praxisausbildung „auseinandernehmen“. Einige Kritikpunkte aus dem Studiengang MBA Communication & Leadership waren für uns so erhellend, dass wir sie nach und nach umsetzen wollen. In dieser Ausgabe beginnen wir mit einem ruhigeren Layout. Die Redaktion wünscht auch Ihnen eine aufgeräumte Zeit und jede Menge Inspiration. _

Ihre Hilkka Zebothsen
Chefredakteurin

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