Digitalisierung

Cover der Ausgabe 3-16 (c) Mona Karimi

Ausgabe: 3/2016

Vom Kommunikator zum Transformator

„Wir werden jetzt alle lean. Und Du musst gehen.“ Tief sitzt die Angst bei vielen Kommunikatoren, aufgerieben zu werden zwischen handygesteuerten Kühlschränken, Algorithmen, PR-Bots und Digital Natives. Sprint und Rapid Prototyping, Scrum, Agile und Disruption – Willkommen beim Buzzword-Bingo zwischen Industrie 4.0 und Smart Services.

Sprecher leiden unter immer mehr Druck von allen Seiten und immer weniger Zeit und Ressourcen für angemessenes Agieren. Skepsis im Umgang mit der Digitalen Transformation ist bei vielen die Antwort. Doch der Mensch kennt nur drei Reaktionen auf Angst: Angriff, Flucht oder Erstarrung. Und zwei davon kommen für Kommunikatoren nicht in Frage.

Wenn ich im größten Stress zu vergessen scheine, worauf es wirklich ankommt, verlasse ich meinen Schreibtisch. Gehe in die Küche und schiebe einen Teebeutel im Regal von links nach rechts oder fahre mit dem Fahrstuhl runter zum Empfang und schaue scheinbar nach der Post. Es ist geschauspielerter Aktionismus mit nur einem Ziel: Das Gerase im Kopf zu unterbrechen. Funktioniert fast immer, versprochen.

Wer sich bewusst aus dem Hamsterrad heraus begibt, hat die Chance, sich zu erinnern, dass Transformation die Essenz des Kommunikators ist. Immer schon. Ob es darum geht, aus einem murmelnden CEO im Glencheck-Sakko einen seniorigen Vertrauenserwecker zu zaubern, aus einem B2B-Nischenprodukt das Heilmittel für die Welt oder aus Mitarbeitern Botschafter herauszumotivieren – Kommunikation ist der ­Nukleus jedes neuen Projekts einer Organisation. Das Gute daran: Vor etwas Nicht-Neuem müssen wir keine Angst haben.

Wie sagte die „Wirtschaftswoche“-Chefredakteurin Miriam Meckel noch so schön: „Es geht um die Imagination.“ Und wer kann bessere Bilder schaffen für Neues und Unbegreifliches, Schwervermittelbares und Unsichtbares? Sie! Digitalisierung definiert sich über den Nutzen. Die Transformation, die daraus folgt, ist ein fundamentaler Wandel, bei der der Kommunikator als Dramaturg fungieren muss. Es ist – abgesehen vom Kapitalmarkt – schließlich nicht die Aufgabe der Kommunikation, alle zu beruhigen. „Wir werden jetzt alle lean. Und Du musst gehen?“ Ja, bitte. Nämlich voran. _

Ihre Hilkka Zebothsen
Chefredakteurin

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