Communitys

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Ausgabe: 5/2016

Ich bin eine Frau, Journalistin, Führungskraft, Familienmensch, jenseits der 40, mit einem Hang zu Fotokunst, Filmen, Literatur, Schokoweintrauben, Kitsch und gutem Storytelling. Ich bin leidenschaftliche (Paten-)Tante, furchtbare Köchin, auf der Suche nach dem perfekten schwarzen Pullover. Das macht mich theoretisch zum Mitglied in 15 verschiedenen Communitys. Mindestens.
In wie vielen Communitys sind Sie theoretisch Mitglied? Meist genügt dem Ratlosen ein Blick ins eigene Portemonnaie: ADAC-Mitgliedsausweis, Vielfliegerkarte, Stempelsammlung für den Salat-Shop nebenan oder das Programmkino unseres Vertrauens. Dann noch ein Blick auf Ihre Facebook- oder Slack-Gruppen, Twitter-, Instagram-, Pin- oder Xing-Lis­ten. Und schon leckt sich jeder Psychologe (und Marketing-Verantwortliche) die Finger nach Ihrem Profil. Aber in wie vielen Communitys engagieren Sie sich im echten Leben? Also wirklich jetzt? In welchen Verbänden sind Sie Mitglied, Sportvereinen, Elternräten, wem spenden Sie, mit wem teilen Sie Hobbys, Leidenschaften, Ärger und Neugier? Und warum?
Früher wollten wir nur eins: So sein wie alle. Die meisten sind das bis heute, alle anderen werden reich und/oder berühmt. Dass Menschen es sich jederzeit auch wieder anders überlegen können, sehen wir gerade am Kommunikationsverband in Auflösung. Doch woran liegt das? Gibt es in unserer Branche schon zu viele andere Player? Oder hat der Nachwuchs kaum noch Lust, sich zu engagieren? Nur warum war der Kommunikationskongress in Berlin dann ausverkauft?
In der heutigen Feedback-Gesellschaft, in der wir mit nur einem Klick unsere Meinung kundtun, halten Beziehungen nicht ewig (Sie kennen das, wenn Ihr soziales Netzwerk einen neuen Follower meldet, den Sie früher schon bestätigt hatten und dessen Abwanderung Sie gar nicht bemerkten). Und ab einem gewissen Alter schließen wir außerhalb vom Netz kaum noch neue Freundschaften. Doch wenn wir uns nicht bewegen, wird sich nichts verändern. Wenn wir nichts geben, bekommen wir auch nichts.
Aber warum brauchen wir überhaupt so oft ein Gegenüber, um selbst sichtbar zu sein und uns gesehen zu fühlen? Weil wir etwas davon haben. So wie das Kleine für das Große steht, schenkt uns die Gemeinschaft Sichtbarkeit, Macht und Einfluss, Mehrwert, Wissen und Zugehörigkeit. Das alles bedingt mehr als eine Person. Und gleichzeitig kann diese EINE den Unterschied im Leben machen als Enabler, Forderer oder Förderer.
Falls Sie also einen schwarzen Pullover sehen, mit V-Ausschnitt und ohne Bündchen (oder auf einer wirklich guten Geschichte hocken), rufen Sie mich an. Werden Sie Teil meiner Community. Und lassen Sie sich inspirieren von dieser Ausgabe, die wir natürlich auch nur in und für mehr Gemeinschaft geschaffen haben. _

Ihre Hilkka Zebothsen
Chefredakteurin

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