Welt-Chefredakteur Ulf Poschardt kapituliert vor Herbert Grönemeyer. (c) Getty Images / Wachiraphorn
Welt-Chefredakteur Ulf Poschardt kapituliert vor Herbert Grönemeyer. (c) Getty Images / Wachiraphorn
Richtigstellung erzwungen

Poschardt kapituliert vor Grönemeyer

"Richtigstellung": Der prominente Springer-Journalist Ulf Poschardt muss falsche Behauptungen über Herbert Grönemeyer öffentlich korrigieren.
Aus der Redaktion

Der Chefredakteur von Welt und Welt am Sonntag, Ulf Poschardt, hat – anscheinend auf juristischen Druck – in einem zweiteiligen Tweet eine offensichtlich falsche Tatsachenbehauptung über Sänger Herbert Grönemeyer korrigieren müssen.

Im Zuge der Diskussion um Grönemeyers „Keinen Millimeter nach rechts“-Aufruf bei einem Konzert am 12. September in Wien hatte Poschardt in reichlich origineller Grammatik die vor allen in AfD-Kreisen beliebte Argumentation adaptiert, Grönemeyer solle sich dazu besser gar nicht äußern, schließlich sei das „Besonders witzig von jemand der in London vor unseren Steuersätzen geflüchtet ist“.

Poschardts falsche Twitter-Behauptung über Grönemeyer.

 

Dies entspricht offenkundig nicht den Tatsachen. Zwar lebt Grönemeyer seit Jahren unter anderem in London, zahlt jedoch auch in Deutschland Steuern. Diesem Fakt musste Poschardt nun öffentlich anerkennen.

 

 Poschardt kapituliert vor Grönemeyer.

Die Behauptung, Grönemeyer würde keine Steuern in Deutschland zahlen, wurde vor allem in recht Kreisen verbreitet.

Wenige Stunden hatte er sich noch über eine entsprechende Forderung von Grönemeyers Anwalt lustig gemacht und sogar eine Twitter-Umfrage unter seinen rund 43.000 Followern gestartet, wie er darauf reagieren solle. Ein "weltberühmter, liberaler popstar" hetze ihm einen "klugen anwalt" auf den Hals.

Obwohl bei der Umfrage die Option „Rechtsstreit genießen“ die absolute Mehrheit der Stimmen erhielt, zog es Poschardt angesichts der Faktenlage letztlich doch vor, sich der Forderung Grönemeyers zu beugen. Eine Entschuldigung gegenüber dem Sänger vermied der Welt-Journalist allerdings.

 

Anfangs machte sich Poschardt noch über Grönemeyers Forderung lustig.

 

Das Verhältnis zwischen Grönemeyer und dem Axel-Springer-Verlag gilt seit Jahren als äußerst gespannt. Im Jahr 2015 hatte der damalige Bild-Chefredakteur Kai Diekmann die mutmaßliche Privatadresse des Sängers getwittert. 2017 untersagte das Landgericht Köln dem Verlag (ebenso wie Bauer und Burda) die Berichterstattung über ein angebliches „Prügelvideo“ Grönemeyers.

 

 
 

Kommentare

Tuepisch laberjournalje, mit von Sachkenntnis ungetrübter Sicherheit sabbert so ein Sack und wird dafür noch bezahlt, ist aber zu feige oder zu blöde sich zu entschuldigen. Abmahnen die 0. Erwin Busch

Ist doch keine Überraschung. So sind sie schon immer gewesen bei der WELT.


randbemerkung

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