Milliarden Euro betrug der Gesamtwert der Transaktionen der vier Fusionen und Übernahmen mit Beteiligung deutscher Unternehmen, bei denen die Agentur Hering Schuppener beratend tätig war. Die Zahl bezieht sich auf die ersten drei Monate des laufenden Jahres. Damit liegt Hering Schuppener laut mergermarket M&A-Ranking erneut auf Platz eins im deutschen Markt.
Die schrägsten Image- Mythen
Ausgabe: 7 / 2011 - Image
Coca-Cola hat den Weihnachtsmann erfunden
Pausbacken, roter Mantel, rote Wangen, Rauschebart – ein echter Sympathieträger eben. Hartnäckig hält sich das Gerücht, der Weihnachtsmann sei eine Erfindung aus der Marketingkiste von Coca-Cola. Tatsächlich sah der Weihnachtsmann nicht immer so aus. Der heilige Nikolaus wurde schon in vergangenen Jahrhunderten in Europa als Geschenkebringer verehrt. Er ist aber ein hagerer, hoch gewachsener Mann, mit Gewändern in unterschiedlichen Farben. Am Todestag dieses heiligen Nikolaus, dem 6. Dezember, wollten die Protestanten als Ablehnung gegen die Heiligenverehrung, keine Geschenke verteilen. Sie bestanden darauf, dass Geschenke nur am Heiligen Abend gemacht werden. Und zwar vom Weihnachtsmann. So entstand diese fiktive Gestalt. Seither wurden viele verschiedene Zeichnungen und Geschichten über den Weihnachtsmann angefertigt. Die Coca-Cola Company ließ „Santa Claus“ 1931 für eine Werbekampagne zeichnen, in den traditionellen Farben von Coca-Cola. Einen roten Mantel und Rauschebart hatte der Weihnachtsmann beziehungsweise der Nikolaus aber bereits im 19. Jahrhundert, wie Postkarten und auch der Struwwelpeter von 1844 zeigen, also lange vor der Kampagne von Coca-Cola.
Stierurin in Red Bull
Klingt irgendwie plausibel und dennoch zu schräg. Ist es auch. Konsumenten der Wachmacher- Limo Red Bull rätselten über den mysteriösen Inhaltsstoff Taurin, der angeblich das Koffein in dem süßen Energie-Drink schneller in die Blutbahn befördere. Allein aufgrund des Namens lag der Schluss ja nahe. Der Wortteil „Ta“ stehe für Taurus, also Stier, und der Rest… na ja, eben genau dafür. Trotzdem Humbug. Zwar wurde Taurin, eine Aminosulfonsäure, zum ersten Mal aus der Gallenflüssigkeit von Rindern gewonnen. Das Taurin für Red Bull wird aber synthetisch hergestellt. Allerdings gehen Experten davon aus, dass solche geheimnisvoll klingenden Zutaten, eher dem Image des Getränks dienen sollen.
Müller-Milch unterstützt rechte Parteien
Das Gerücht geistert in unterschiedlichen Variationen und wechselnden Protagonisten seit Beginn der 1990er Jahre herum. Milchproduzent Theo Müller unterstütze angeblich Neonazis. Mal seien es die Republikaner, mal die DVU oder die NPD. 2004 sah sich das Unternehmen gezwungen eine eigene Stellungnahme zu verbreiten. Diese ist bis heute auf der Internetseite der Molkerei zu finden. „Hochgradig verleumderisch ist die Behauptung, Herr Müller unterstütze seit Jahren finanziell die NPD. Dies entbehrt jeglicher Grundlage und ist völlig aus der Luft gegriffen. Herr Müller ist als ordentliches Mitglied der CSU ein leidenschaftlicher Anhänger des demokratischen Rechtsstaats und lehnt jede Form des politischen Radikalismus entschieden ab“, teilte das Unternehmen mit. In der Naziszene wurde ebenfalls über dieses Thema diskutiert, auch dort kann sich kaum einer vorstellen, dass an diesen Gerüchten etwas dran sei. Wer für die Gerüchte verantwortlich ist, ist bis heute nicht klar.
Alkohol in Milchschnitte
„Eine Bekannte von mir meinte, dass in Milchschnitte Alkohol drin ist. Hat sie mich veräppelt oder stimmt das tatsächlich?“, schrieb Gast 8706 in der Wissenscommunity auf stern.de. Auch in zahlreichen anderen Foren wird über den Gehalt diskutiert. Besonders paranoide Charaktere vermuteten gar eine Verschwörung der Lebensmittelindustrie, die bereits Kinder an Hochprozentiges gewöhnen soll. Andere sahen sich gezwungen auch Autofahrer vor dem Verzehr zu warnen. Tatsächlich war einmal etwa 0,1 Prozent Alkohol als Konservierungsmittel in der Milchschnitte enthalten. Das Unternehmen Ferrero gibt an, dass seit Mitte 2000 kein Alkohol mehr als Zutat für ihre Produkte verwendet wird. In Internetforen wird dennoch fleißig weiter diskutiert.
Großstadtkinder glauben, Kühe seien lila
Mitte der 1990er Jahre wurde in Bayern ein Schüler-Malwettbewerb veranstaltet. Insgesamt nahmen daran 40.000 Kinder teil. Als diese eine Kuh ausmalen sollten, wählten ganze 30 Prozent der Schüler die Farbe Lila. Der Aufschrei war groß, bewies das Ergebnis doch angeblich den schlechten Einfluss der Werbung. Kinder seien angeblich derart manipuliert, dass sie die schwarz-bunte Realität nicht von Lila-Fiktion unterscheiden könnten. Ob Großstadtkinder wirklich glauben Kühe seien lila, untersuchten 1997 Soziologen der Universität Marburg. So entstand die Studie „Lila Kuh“, die 2003 noch einmal in einer kleineren Gruppe wiederholt wurde. Das Ergebnis: Kinder und Jugendliche idealisieren zwar die Natur einer idyllischen, harmonischen Parallelwelt. Die Gerüchte um die lila Kuh konnten sie allerdings nicht bestätigen – den Unterschied zwischen Werbung und Wirklichkeit sahen praktisch alle Kinder.
Warsteiner gehört Scientology
Während viele Image-Mythen eher zum Schmunzeln anregen, können manche Gerüchte schwere Image-Verluste und Umsatzeinbrüche nach sich ziehen. Und oft versuchen diejenigen, die solche Gerüchte streuen, genau das zu erreichen. 1994 verbreitete sich im Hamburger Raum das Gerücht die Warsteiner-Brauerei habe etwas mit der Scientology-Sekte zu tun. Der Absatz sank und die Brauerei verlor ihren Spitzenplatz unter den deutschen Brauereien. Mit einer Anzeigenkampagne in allen norddeutschen Tageszeitungen und in überregionalen Zeitschriften dementierte das Unternehmen die Gerüchte. Mittlerweile hat sich die Marke wieder stabilisiert. Wer jedoch hinter den Anschuldigungen steckte, weiß man noch immer nicht.


















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