Chaos

Chaos
„Bengalische Feuer, Prügeleien und Polizeieinsätze. In den deutschen Fußballstadien herrscht Chaos. Realität oder mediale Panikmache?“ - Gastkommentar
1. Dezember 2011

Viele tausend Fußballspiele haben bewiesen, dass auch ohne Feuer gute  Stimmung entfacht werden kann. Der pauschale Vorwurf in den deutschen Fußballstadien herrsche derzeit Chaos und Anarchie ist falsch. Im Gegenteil: Die meisten Spiele verlaufen friedlich. Auch der Frauen- und  Kinderanteil ist in den Stadien gestiegen. Doch – ohne diese gutzuheißen – Gewalt hat es im Stadion immer gegeben. Fangruppen, die sichnicht nur verbal auseinandersetzen, sind Alltag. Das Thema gerät jetzt verstärkt in  den Fokus der Medien und Öffentlichkeit. Der Gewaltbegriff wird dabei oftmals überstrapaziert. Bengalfackeln und  Rauchpulver sind nicht gleichzusetzen mit dem Werfen von Böllern oder dem Abschuss von Leuchtmunition– zu verurteilen ist beides. Der richtige Ansatz ist es aber nicht, alle Fans in die ‚Gewalt-Schublade’ zu stecken.  Vereine und Fans müssen wachsam sein, damit sich die Vorfälle nicht weiter häufen. Sie können dies aber nur  so intensiv, wie es die andere Seite zulässt. Zurzeit scheinen die Fronten eher verhärtet. Auch die Fanszene ist sich uneins, wie der gewaltbereiten Minderheit zu begegnen ist. Doch Gewalt spielt nicht nur beim Fußball eine  Rolle. Daher müssen nun die Verantwortlichen im Fußball wie auch in Gesellschaft und Politik dafür sorgen, dass diese Minderheit keine Chance bekommt, sich durchzusetzen.

 Carsten Knoop, Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Eintracht Frankfurt Fußball

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Ausgabe: 8 / 2011 - Beziehungen

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